{"id":1154,"date":"2022-03-17T14:24:46","date_gmt":"2022-03-17T14:24:46","guid":{"rendered":"https:\/\/andreashansche.de\/?p=1154"},"modified":"2022-03-17T14:24:46","modified_gmt":"2022-03-17T14:24:46","slug":"wehrhafte-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreashansche.de\/?p=1154","title":{"rendered":"Wehrhafte Demokratie"},"content":{"rendered":"<p>Francis Fukuyama hat vor 30 Jahren vom Ende der Geschichte gesprochen. Es ist so nicht eingetreten, obwohl es einen Wechsel von der historiographischen zur historisch-moralischen Betrachtung seitdem gegeben hat. Fukuyama hat von einem Sieg der Demokratie gesprochen. Aber die Demokratien haben sich seit 30 Jahren vom Notwendigen ablenken lassen. Die Unterscheidung zwischen scheinbarer und echter Gefahr wurde immer vernebelter.<br \/>\nDer Reinfall auf die Gefahr durch ein Virus der Endpunkt dieser Geschichte.<br \/>\nDas offensichtliche Nicht-Wahrnehmen von Offensichtlichem f\u00fchrte zu der allgemeinen Fehleinsch\u00e4tzung der Angriffsstellung der Russen.<br \/>\nIn der NZZ sind seine Thesen zum Krieg in der Ukraine zu lesen.<br \/>\nEr spricht von einer m\u00f6glichen Niederlage der Russen und einer Wiederkehr der Demokratie. Auch das ist fast Nebel. Notwendig ist eine wehrhafte Demokratie, die stark nach Au\u00dfen und innen pluralistisch und streitbar ist. Die Notwendigkeit der Auseinandersetzung hat sich noch nie so stark wie in ihrem Fehlen w\u00e4hrend der Pandemie gezeigt.<br \/>\nAlle sind nun kalt erwischt worden, au\u00dfer Teile der amerikanischen Geheimdienste und des Milit\u00e4rs, sowie der Ukrainer. Hier zeigt sich, da\u00df ein aktives Training von Verteidigungsbereitschaft zu den Notwenigkeiten von Nationalstaaten geh\u00f6rt. Genauso ist der Nationalstaat in seiner \u00dcberschaubarkeit eine Voraussetzung f\u00fcr Demokratie. Eine universalistische Demokratie ist Wunschdenken.<br \/>\nJa, es ist m\u00f6glich, da\u00df es eine gro\u00dfe R\u00fcck-Besinnung auf die Demokratie geben wird. Aber gerade die Tapferkeit, mit der die Ukrainer sich verteidigen zeigt, da\u00df es ohne die Verbindung zu einer nationalstaatlichen Idee nicht geht.<br \/>\nFukuyama geht in seinen Thesen zu undifferenziert mit denen um, die er Populisten nennt. Denn einige dieser haben eben gerade die Notwendigkeit wehrhafter Demokratie erkannt. Polen hat es mit einem aktiven Grenzschutz praktiziert, so wie es jetzt aktiv die Ukraine unterst\u00fctzt.<br \/>\nNotwendig die aktive Diskussion darum, ob eine Mehrheit in einer Demokratie ihren Willen einer Minderheit aufzwingen darf. Notwendig ist die Infragestellung ideologisierter Sachfragen (Klima, Energie, gruppenidentit\u00e4re Befindlichkeiten). Durch den Krieg sind die Demokratien auf ihre Notwendigkeiten zur\u00fcckgeworfen worden. Den Optimismus Fukuyamas teile ich so nicht, es mu\u00df sich erst zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Francis Fukuyama hat vor 30 Jahren vom Ende der Geschichte gesprochen. Es ist so nicht eingetreten, obwohl es einen Wechsel von der historiographischen zur historisch-moralischen Betrachtung seitdem gegeben hat. Fukuyama hat von einem Sieg der Demokratie gesprochen. Aber die Demokratien haben sich seit 30 Jahren vom Notwendigen ablenken lassen. 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