{"id":151,"date":"2018-06-25T18:47:27","date_gmt":"2018-06-25T18:47:27","guid":{"rendered":"http:\/\/andreashansche.de\/?p=151"},"modified":"2018-06-27T20:46:49","modified_gmt":"2018-06-27T20:46:49","slug":"die-grenzen-meiner-sprache-bedeuten-die-grenzen-meiner-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreashansche.de\/?p=151","title":{"rendered":"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt."},"content":{"rendered":"<p>:sagt Ludwig Wittgenstein.<\/p>\n<p>Da\u00df die Grenzen meiner Sprache die Grenzen meiner Welt bedeuten, also sind, darauf hinweisen und dazu auffordern, sie nach Begutachtung zu \u00fcberschreiten. Eine Welt ohne Grenzen ist keine, diese zu \u00fcberschreiten, also auch ein Risiko in den Wahnsinn, in die Aufgabe von Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p><em>And after all these teas and cakes and ices,<\/em><br \/>\n<em>Have I the strength to force the moment to its crisis?<\/em><\/p>\n<p>fragt Prufrock in einem Gedicht T.S. Eliots.<\/p>\n<p>In Momenten, die nach ihrer Krise rufen, scheint es Gebot zu sein, Grenzen zu \u00fcberschreiten, sie neu zu stecken und damit die Welt zu erweitern.<\/p>\n<p>Der moderne Mensch sehnt sich nach der Grenz\u00fcberschreitung aber mag den \u00dcberschreitenden nicht, der m\u00f6glicherweise vor ihm an einem neuen Ort ist. Er mag auch nicht unbedingt der Erste sein, der \u00fcberschreitet. Er sitzt im Wohnzimmer auf der Couch in seiner Welt, starrt auf den Bildschirm und rennt sofort los, schaut nach, wenn drau\u00dfen die Sirene gellt, der Hund anschl\u00e4gt oder das Ger\u00e4usch einer splitternden Zaunlatte an sein Ohr dringt. Hat der Andere seine Grenze \u00fcberschritten, soll ich ihm folgen? Oder erst, wenn es kollektiv vollzogen wird, aber wann ist die kritische Masse erreicht?<\/p>\n<p>Mit der Fantasy-Literatur kommt die Idee der Portale, geheimen T\u00fcren, durchl\u00e4ssigen Spiegel aus der Romantik in das Massenbewu\u00dftsein. In der Romantik standen Spiegel und Schatten f\u00fcr Teile des Selbst, die dahinter verborgen, die Idee eines Durchgangs in eine andere Welt verselbstst\u00e4ndigt sich und hat Eingang in das allgemeine Denken gefunden.<\/p>\n<p>Das PORTAL als ein einladender Satz, wie:<br \/>\nKein Mensch ist illegal oder<br \/>\nDeutschland, Erwache! oder<br \/>\nIch glaube an die Freiheit und W\u00fcrde eines jeden Menschen oder<br \/>\nDie Freiheit des Einzelnen ist Voraussetzung zur Freiheit Aller oder<br \/>\nGl\u00fcck f\u00fcr Alle oder<br \/>\nW\u00e4r ich nicht arm, w\u00e4rst du nicht reich<br \/>\noder oder oder<br \/>\nEin Portal aus Allgemeinpl\u00e4tzen, da\u00df gefahrlos Grenz\u00fcberschreitung simuliert. Keinem Allgemeinplatz folgt Gr\u00f6\u00dferes an Witz, Geist oder Verstand, wenn man ihm folgt. Es folgen immer kleinere, engere Pl\u00e4tze gemeinsamen Sprechens, der Gang in das Portal ist der in ein Geh\u00e4use geworden. Es wird mit jedem Schritt enger, es dreht sich um sich selbst.<br \/>\nDas Schneckengeh\u00e4use hat ein Ende, dessen Verengung sich unendlich gegen Null n\u00e4hert.<br \/>\nDie Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner von mir selbst verengten Welt. Gekreisch einer Kreatur, die sich in ihrer letzten Zuflucht Enge festgeschmiedet hat, um ohne Scham L\u00fcgen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>:sagt Ludwig Wittgenstein. Da\u00df die Grenzen meiner Sprache die Grenzen meiner Welt bedeuten, also sind, darauf hinweisen und dazu auffordern, sie nach Begutachtung zu \u00fcberschreiten. Eine Welt ohne Grenzen ist keine, diese zu \u00fcberschreiten, also auch ein Risiko in den Wahnsinn, in die Aufgabe von Souver\u00e4nit\u00e4t. 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