{"id":454,"date":"2019-08-18T08:28:54","date_gmt":"2019-08-18T08:28:54","guid":{"rendered":"http:\/\/andreashansche.de\/?p=454"},"modified":"2019-08-18T08:33:13","modified_gmt":"2019-08-18T08:33:13","slug":"vierzig-jahre-woodstock-eine-stunde-arte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreashansche.de\/?p=454","title":{"rendered":"Vierzig Jahre Woodstock, eine Stunde arte"},"content":{"rendered":"<p>Ich zappe immer wieder weg. Menschenmassen zu beobachten, wie aus der Totale in das Einzelne gezoomt wird, das hier den Status des Besonderen bekommen soll, den es aber nicht hat, langweilt.<br \/>\nEiner der Veranstalter stellt das Utopische \u00fcber das finanzielle Desaster des Festivals und begr\u00fcndet den Pop-Mythos, der es nach 15 Jahren Schuldentilgung in die Gewinnzone schiebt.<br \/>\nInnerhalb der Stunde Zuschauens wachsen in der vergangenen Festivalzeit die M\u00fcllberge. Der Regen l\u00e4\u00dft sich auch durch Regentanz nicht vom Fallen abhalten.<br \/>\nIch steige bei Richie Havens ein und bei John B. Sebastian aus.<br \/>\nJoan Baez singt <em>Joe Hill<\/em>, ich glaube kein Wort. Sie hat in ihrem ganzen bisherigen Leben weder ein Bergwerk, noch eine Fabrik von innen gesehen. Wahrscheinlich trifft es auch auf die Autoren des Songs zu. Sie schaut verlogen bis ins Mark. Aber sie bedient ein Etwas, dem <em>Protest<\/em> einen <em>proletarischen<\/em> Background zu geben.<br \/>\nDas sind allesamt nette Kinder. Man telefoniert nach Hause, Mama zu sagen, da\u00df man noch lebe und es nicht so schlimm w\u00e4re, wie in den Nachrichten. Die Minderheiten, f\u00fcr deren Freiheit man ja auch dort sitzen w\u00fcrde, sind die Ausnahme, sie werden von der Kamera fixiert. Das Publikum ist wei\u00df und keine Arbeiterklasse.<br \/>\nF\u00fcr wen singt und schreit Richie Havens nach <em>Freiheit<\/em>? Da\u00df er sich dort <em>mutterseelenallein<\/em> findet: f\u00fcr sich selbst?<br \/>\nDie meisten meiner Punkte f\u00fcr die Musik gehen nach Great Britain. The Who, Alvin Lee und Joe Cocker. Thats Rock&#8217;n Roll! Alvin Lee erzeugt eine Grundspannung kurz unterhalb der Extase: in Riffs! Dann springt er geschwind, gezupft, gekonnt immer wieder knapp \u00fcber diese Linie.<br \/>\nDas ist f\u00fcr The Who Teil der Show als zornige junge M\u00e4nner. Kein weiterer Kommentar, wer das <em>so<\/em> kann, dem glaubt man das, der glaubt das selbst und kann es auch deswegen.<br \/>\nDie rudernden Arme des Klempners aus Sheffield, <em>der<\/em> gewi\u00df <em>etwas Hilfe seiner Freunde<\/em> braucht. Nur gerade da nicht, wo es um die Kunst geht, jeder Einsatz sitzt, jeder Ton wird getroffen, um nur ann\u00e4hernd festzustellen, was diesen Auftritt so besonders macht.<br \/>\nDie blauen Augen von Grace Slick, ihre Stimme erzeugt mit der E-Gitarre einen besonderen Sound. Leider h\u00e4lt er nicht, was er verspricht, die musikalischen Ideen von Jefferson Airplane verl\u00e4ppern sich. Sie spiegeln ihr Publikum, auch \u00e4u\u00dferlich. Grace Slick steht am B\u00fchenrand und bei\u00dft sich vor Eifersucht auf die Lippen, w\u00e4hrend sich ihr m\u00e4nnlicher Kollege produziert.<br \/>\nBei John B. Sebastian schalte ich aus, soviel Banalit\u00e4t ist kaum zu ertragen, sein wichtigster Beitrag ist die Bitte, etwas M\u00fcll mit nach Hause zu nehmen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich zappe immer wieder weg. Menschenmassen zu beobachten, wie aus der Totale in das Einzelne gezoomt wird, das hier den Status des Besonderen bekommen soll, den es aber nicht hat, langweilt. 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