Weltdeutung: Bewußtsein & Phantasie. Fehlt. Ist abhanden gekommen im Nebel.

Siehe, ich bins. Schließ deine Augen und sieh. Ich war tot und lebe.

Ich trete aus dem Haus in den Nebel der über der Wiese schwebt.

Herzschlag: sekündliches Glück Leben. Welt in der Hand. Schön.

 

(kursiv: Zitat aus Ulysses von James Joyce)

Erlösung II (Hiob)

Am Ende bleibt das gekränkte, ungeliebte, frierende und hungernde Individuum.

Für den Sterbenden gibt es keinen Trost.

Niemand hat bisher von einer anderen Welt berichtet.

Wenn die Existenz Jesu eines leistet, so die Erfüllung einer unendlichen Gnade, die jedem zuteil wird, sei er Mörder, Gewalttätiger, Verräter, Intrigant, Renegat oder Zweifler.

Erlösung I

Wenn das Problem des Hungers gelöst ist, treten andere in den Vordergrund.

Wenn alle Barrieren gefallen gefallen zu sein scheinen, die eine freie Erotik ermöglichen, bleibt im Reich der Freiheit immer noch die Ablehnung und die damit verbundene Qual der nicht erwiderten Zuneigung.

Also gekränkter Stolz und die Faulheit, die Kränkung zu überwinden.

Sodaß im Reich der Satten die Autoerotik und die Vernichtung des Stolzes zu gewinnen scheinen.

Optimismus

Der Optimismus der Sozialisten der ddr bestand aus 50 Prozent. Die anderen 50 bestanden aus Haß gegen den Westen.

Daß dieser die bessere Technologie hatte und die Menschen dort mehr Spaß und Freude, als im Sozialismus, verstärkte den Haß der Ideologen und das verstärkte in der Folge den Optimismus – ein Dauergrinsen, daß am Ende zerbrach.

Die, die dem Optimismus ausgesetzt waren, deren 50 Prozent war die real zusammenfallende Wirklichkeit zu einhundert Prozent.

Den Sozialisten von heute fehlt der Optimismus fast ganz. Sie ideologisieren Haß gegen Erfolg, gegen Schönheit und gegen Freude. Ihre Maße sind elend, wie ehedem. Sie bestehen aus Trümmern des realen Sozialismus (was sie nicht wissen, da sie keine Geschichte kennen), wie sie auch den Westen zertrümmern wollen.

 

(das Kursive ist ein Zitat aus: Kern meines Romans von Uwe Kolbe)